Frank Braun, Vorstand des Organisators der dreitägigen Eventreihe, Bluepingu e.V., zieht ein rundum positives Fazit. „Wir waren nach dem Erfolg im vergangenen Jahr ermutigt, weiter zu machen. Dass das diesjährige Programm mehr als 1.200 Menschen in seinen Bann zog, zeigt, dass eine immer breitere Öffentlichkeit bereit ist, sich mit den dringlichen Fragestellungen unserer Zeit auseinanderzusetzen und dann auch selbst Mitverantwortung zu übernehmen“, so Braun.
Am Mittwochabend war am Auftakttag der BioFach Vandana Shiva, eine der bekanntesten Umwelt-, Frauen- und Friedensaktivistinnen Indiens, auf Einladung des Bündnisses Bio in der Stadt, dem neben Bluepingu auch die Nürnberg Messe und die Stadt Nürnberg angehören, in Nürnberg zu Gast.
Illustre Gäste, volles Haus
Bis zum Beginn der Veranstaltung, die von Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly und NürnbergMesse-Geschäftsführer Peter Ottmann eröffnet wurde, hatte sich das Schauspielhaus bis auf den letzten Platz und darüber hinaus gefüllt. Wer nicht mehr in den Saal passte, verfolgte die Veranstaltung am Monitor im Foyer des Schauspielhauses.
In ihrem Vortrag ging Vandana Shiva auf die große Vielfalt der Lebensräume ein; es sei eine wichtigste Aufgabe, diese Vielfalt vor allem die von Pflanzen und Samen, zu erhalten. Nur hierdurch könne der Hunger der Welt bekämpft und ein menschenwürdiges Leben für alle gesichert werden.
Wunschgedanke: Vorfahrt für Bio
An der anschließenden Diskussion, die vom früheren Direktor des Weltdachverbandes des biologischen Landbaus (IFOAM), Bernward Geier, geleitet wurde, nahmen neben Vandana Shiva auch Hubert Weiger, der Vorsitzende des Bund Naturschutzes in Deutschland (BUND) sowie die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag und ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin, Renate Künast, teil. Künast wies die Besucher immer wieder auf deren Möglichkeiten hin, großen Einfluss auf die globalen Zusammenhänge zu nehmen: „Wenn die Bürger gentechnisch verändertes Essen in den Regalen liegen ließen, wenn sie sich in ihrem Fleischkonsum mäßigten und in ihrem Konsumverhalten ökologischen Produkten Vorfahrt gäben, dann würde dies die nötigen Veränderungen einen großen Schritt nach vorne bringen", so Künast. Nach engagierten Beiträgen aus dem Publikum schloss Vandana Shivamit einem Zitat Mahatma Gandhis: „Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“
Saatgut: Vielfältig muss es sein!
Der zweite Tag der Veranstaltungsreihe stand dann ganz im Mittelpunkt der Welturaufführung des Films „Behind the label – Die zwei Gesichter indischer Baumwolle“. In dem beeindruckenden Dokumentarfilm begeben sich die italienische Produzentin Barbara Ceschi und Regisseur Sebastiano Tecchio, die beide zur Premiere anwesend waren, auf Spurensuche zu den Ursachen einer beispiellosen Selbstmordserie unter indischen Kleinbauern. Mehr als 250.000 von ihnen hatten innerhalb weniger Jahre Suizid begangen. Im überfüllten Künstlerhaus zeigte der Film die bedrückenden Zusammenhänge zwischen der Einführung der Agro-Gentechnik in Indien und der Tragödie der Bauern. Wie die wieder anwesende Vandana Shiva am Ende des Films in einer flammenden Rede feststellte, gingen zur gleichen Zeit tausende alter Saatgutsorten auf Betreiben der großen Konzerne wie Monsanto verloren.
In der Diskussion mit Textilexperten aus der Region und Regisseur Sebastiano Tecchio suchte das Publikum nach Antworten und Möglichkeiten, über das eigene Konsumverhalten, hier Veränderungen herbeizuführen. Auch einer der im Film portraitierten indischen Baumwollanbauer war zur Premiere in Nürnberg zu Gast und rief die Anwesenden leidenschaftlich dazu auf, das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen und sich mit den Bauern in Indien zu solidarisieren.
Zum Abschluss durfte dann am vergangenen Freitag gelacht, gegrübelt und getanzt werden. Höhepunkt des Abends war sicherlich Bernd Regenauer, der ein eigens für die Veranstaltung konzipiertes Programm vortrug.
Die Sponsoren:
NürnbergMesse, ebl Naturkost, UDI - umweltfreundliche Geldanlagen, Neumarkter Lammsbräu
Die Unterstützer:
Fairtrade Stadt Nürnberg, BUND Naturschutz in Bayern, Mission Eine Welt, Christliche Initiative Romero, Oikocredit, Slow Food Nürnberg, Bluepingu
BioMetropole NürnbergDr. Werner Ebert
Tel +49 (0) 9 11. 2 31-41 89
Fax +49 (0) 9 11. 2 31-33 91
werner.ebert@stadt.nuernberg.de (
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