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15. - 18. Februar 2022 // Nürnberg, Germany



Die Plattform des BIOFACH / VIVANESS 2021 eSPECIAL ist als Informationsquelle noch bis September online. Aus diesem Grund finden Sie vereinzelt noch hilfreiche Informationsseiten zum eSPECIAL 2021 auf der Website.

BIOFACH Newsroom

Teilnehmer des digitalen Kongresses STADTLANDBIO diskutierten Farm to Fork-Strategie

Logo STADTLANDBIO Digital
© NürnbergMesse

Am 18. Februar fand der Kongress STADTLANDBIO 2021 DIGITAL parallel zum BIOFACH / VIVANESS 2021 eSPECIAL, Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel und internationale Fachmesse für Naturkosmetik, erstmals rein digital statt. Dieses Jahr lag der Schwerpunkt auf der Ernährungsstrategie der EU Farm to Fork. Die Farm to Fork-Strategie steht für ein nachhaltiges EU-Agrarsystem, welches „grünere und gesündere“ Lebensmittel schaffen kann. So soll auch der Anteil des Ökolandbaus in der EU bis 2030 auf 25 Prozent steigen. Der Kongress STADTLANDBIO brachte insgesamt über 250 Teilnehmer zusammen, darunter Vertreter aus, EU, Bund, Ländern und Kommunen. Diese diskutierten in verschiedenen Vorträgen, Diskussionsrunden und Workshops über Chancen und Nutzen der Farm to Fork-Strategie für Städte, Gemeinden und Landkreise, aber auch wie sich EU und die kommunale Ebene besser miteinander verzahnen können.

„STADTLANDBIO 2021 DIGITAL war ein großer Erfolg. Es freut uns außerordentlich, dass sich so viele Vertreter aus Stadt, Land, Bund und der EU an dem alljährlich von der Branche sehr geschätzten Kongress STADTLANDBIO beteiligt haben. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal bei allen Teilnehmenden recht herzlich bedanken. Das große Interesse und die hohe Beteiligung zeigen uns die Relevanz dieser Themen. Mit STADTLANDBIO 2021 DIGITAL haben wir die bestmögliche Alternative in dieser besonderen Zeit geschaffen, was uns auch die Teilnehmer bestätigt haben“, so Danila Brunner, Veranstaltungsleiterin der BIOFACH und VIVANESS und STADTLANDBIO.

Kongressprogramm überzeugte die Teilnehmer

„Regionales Essen ist Teil unserer Identität. Wie die Vielfalt der Land- und Ernährungswirtschaft in den Regionen erhalten und nachhaltiger gestaltet werden kann, war deshalb Thema beim Kongress STADTLANDBIO. Kürzere Lieferketten, besseres Einkommen für Landwirte und mehr Wertschätzung für die Herstellung von Lebensmitteln sind hier zentrale Punkte. Ich freue mich, dass die Metropolregion erstmals Mitveranstalter des Kongresses sein durfte. Durch die Thematisierung der europäischen Farm to Fork-Strategie und durch die parallel stattfindende Frühjahrstagung von METREX, dem Netzwerk der europäischen Metropolregionen, waren Programm und Beteiligung so europäisch wie noch nie und die Resonanz außerordentlich gut“, so von Dr. Christa Standecker, Geschäftsführerin der Metropolregion Nürnberg

„Die Diskussion mit Vertretern der EU Ebene und auch der Bundesregierung hat gezeigt, dass Städte und Landkreise wichtige Akteure und Partner für die Umgestaltung hin zu einer nachhaltigen Land- und Ernährungswirtschaft sind. Die Farm to Fork-Strategie bietet die große Chance, die Maßnahmen von unten, also in Städten und Landkreisen, mit der EU Ebene so zusammen zu bringen, dass sie sich gegenseitig befruchten. Das Organic Cities Network Europe sieht sich als idealer Kooperationspartner, um der EU Agrarpolitik eine regionale Basis zu geben und städtische mit ländlichen Räumen zu vernetzen“, erklärt Dr. Werner Ebert, Stadt Nürnberg, Referat für Umwelt und Gesundheit.

Das Kongressprogramm war breit gefächert und beinhaltete Impulsvorträge, Podiumsrunden und Workshops rund um die Farm to Fork-Strategie. Aber auch andere Strategien wie zum Beispiel der europäische Green Deal, der das Ziel einer nachhaltigen EU-Wirtschaft, besonders im Hinblick auf klima- und umweltpolitische Herausforderungen, verfolgt, wurden in den Blick genommen. Die verschiedenen Formate präsentierten Praxis-Beispiele, Forschungsprogramme und weitere Projekte von Regionalinitiativen, Bio-Städten und Modellregionen aus ganz Europa.

Positivbeispiele untermauern die Bedeutung der Farm to Fork-Strategie

Städte, Landkreise und Regionen leisten einen großen Beitrag für eine nachhaltige Land- und Ernährungswirtschaft und sind wichtige Akteure. Dafür gibt es eine Vielzahl an Positivbeispielen. Der Bio-Anteil in Kitas in Nürnberg liegt aktuell bei etwa 75 Prozent und soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaucht werden. Das kann nur gelingen, indem Nürnberg als Biometropole die ökologische Erzeugung von Lebensmitteln gezielt fördert. So zum Beispiel durch das Projekt „ReProLa“ (Regionalproduktspezifisches Landmanagement), das in Kooperation zwischen Stadt und Land umgesetzt wird und sich mit der Produktion und Vermarktung von regional erzeugten Produkten auseinandersetzt. Im Fokus stehen die nachhaltige Flächennutzung sowie die regionale Produktion und Wertschöpfung von Lebensmitteln. So soll mehr Bewusstsein für Bio-Lebensmittel und die Chancen von ökologischem Landbau geschaffen werden. Ähnliche Projekte gibt es in vielen Regionen. So auch in der Metropolregion Lyon. Auch dort beschäftigt sich ein Projekt mit der gezielten Förderung regionaler Lebensmittel. Damit sollen vor allen Dingen auch einkommensschwache Familien angesprochen und sensibilisiert werden, dass regionale und gesunde Ernährung nicht zwingend teurer sein muss.

In der Podiumsrunde zum Thema Farm to Fork und Ernährungs-Strategie der EU – was bedeuten sie für Kommunen und Regionen?“ wurde das Schwerpunkt-Thema des Kongresses von Experten aus unterschiedlichen Bereichen aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert und beleuchtet. Auch hier stand die Frage im Fokus, wie Städte und Kommunen eine regionale und nachhaltige Ernährungswirtschaft voranbringen können. Unter anderem wurde über die Rolle der BMBF-Förderung (Bundesministerium für Bildung und Forschung) als Teil der FONA (Forschung für Nachhaltigkeit), insbesondere über die Fördermaßnahme Stadt-Land-Plus gesprochen. Stadt-Land-Plus steht für die Entwicklung innovativer Lösungen für eine nachhaltige Landwirtschaft und Wertschöpfung und beschäftigt sich damit, wie der Transfer von Kompetenzen gelingen kann, damit sowohl Stadt als auch Land voneinander profitieren.

Die Abschlussrunde zum Thema „Gesunder Boden – gesunder Mensch – trotz Corona die Weichen für die Zukunft stellen“, fasste es noch einmal auf den Punkt zusammen: Mensch und Umwelt sind voneinander abhängig, sie bilden eine Symbiose. Daher können wir nur miteinander gesund existieren, das heißt ein gesunder Boden bzw. eine gesunde Ernährung sind das Fundament für eine gesunde Umwelt und für unser aller Gesundheit. Artenvielfalt, Klimafreundlichkeit und ein ausgewogenes Ökosystem sind dafür zentrale Themen. Viele kleine Netzwerke arbeiten bereits von unten an tollen Projekten und kooperieren sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene miteinander. Städte und Kommunen müssen sich für Bodenerhalt und regionale Wertschöpfung einsetzen, das geschieht beispielsweise bereits durch das Belegen von Bodenflächen mit bestimmten Kriterien wie dem Verbot von Pestizideinsatz, aber auch durch Wissensvermittlung und Aufklärungsarbeit bei den Bürgern. Denn jeder einzelne kann einen Beitrag leisten - durch das Einkaufsverhalten, die Ernährungsweise und einen bewussten Lebensstil.

Workshops stellen Projekte rund um die Farm to Fork-Strategie vor

Das Themenspektrum der insgesamt fünf Workshops war bunt gefächert und präsentierte den Teilnehmern unterschiedliche europäische Projekte, die sich mit der Farm to Fork-Strategie auseinandersetzen. So wurden Themen wie die regionale Wertschöpfung, Ernährungsstrategien, wirtschaftliche und ökologische Verflechtungen zwischen Stadt und Land sowie Gestaltungsmöglichkeiten von Kommunen für eine regionale Ernährung anhand konkreter Beispiele besprochen.

METREX Veranstaltung fand erstmals im Rahmen von STADTLANDBIO statt

Ein Highlight war auch die METREX Veranstaltung (The Network of European Metropolitan Regions and Areas), die sich mit den Metropollandschaften und der Bedeutung von Landwirtschaft und Ernährung beschäftigte. METREX ist ein Netzwerk, das aus 50 europäischen Metropolregionen besteht und als eine Plattform für Wissensaustausch dient. Die europäischen Vertreter bereicherten STADTLANDBIO mit deren Erfahrungen. Wegen der stark europäischen Ausrichtung wurde der Kongress erstmals zweisprachig durchgeführt.

Der Fokus der Veranstaltung lag auf dem Anbau von Lebensmitteln und deren Verarbeitung in Metropolregionen. Im Rahmen dessen wurde diskutiert, welche Art und in welchem Umfang Lebensmittel in Metropolregionen angebaut werden, und welche wirtschaftliche Bedeutung der Anbau hat.

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