14. - 17. Februar 2023 // Nürnberg, Germany

BIOFACH Newsroom

BIOFACH Kongress 2023: Bio. Ernährungssouveränität. Wahre Preise.

Hände greifen einen Laib Brot mit dem Schriftzug 100% Bio
© NürnbergMesse - Daniel Sax

Zur nächsten Ausgabe der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel, vom 14. bis 17. Februar 2023, setzt der BIOFACH Kongress den Schwerpunkt „Bio. Ernährungssouveränität. Wahre Preise.” Nach der einmaligen Summer Edition der BIOFACH und VIVANESS im Juli 2022 versammelt sich die internationale Bio- und Naturkosmetik-Community 2023 wieder im Februar im Messezentrum Nürnberg zu ihrem Jahresauftakt. In den Fokus des BIOFACH Kongresses rücken dann zwei zentrale Fragen: Welchen Beitrag leistet Bio für die Ernährungssicherheit und -souveränität und wie ebnen “wahre Preise", also die Einbeziehung der ökologischen Folgekosten, den Weg, um die notwenige Transformation der Ernährungs- und Lebensmittel-wirtschaft umzusetzen.

„Damit die Nachhaltigkeitsleistungen von Bio weiter ausgebaut werden können und somit die Transformation der Lebensmittelwirtschaft insgesamt gelingen kann, muss das Marktversagen bei der Nutzung von Umweltgütern endlich beendet werden. Denn nur mit “wahren Preisen” kann ein Wirtschaften innerhalb der planetaren Belastungsgrenzen und somit eine wahrhaft enkeltaugliche Lebensmittel- und Landwirtschaft gelingen. Internationale Organisationen und Politik müssen das Potential von Bio nutzten“, so Tina Andres, Vorstandsvorsitzende BÖLW.

„Da die aktuelle Bepreisung für Lebensmittel das Verursacherprinzip auf den Kopf stellt und so umweltschädliche Produkte „billiger“ macht, als diese tatsächlich sind, sind Bio-Lebensmittel, die eine ehrlichere Kostenbilanz aufweisen, im Nachteil. Bis heute lassen sich folglich mit einer konventionellen Wirtschaftsweise Gewinne verbuchen - obwohl gleichzeitig die Lebensgrundlagen für kommende Generationen zerstört werden. Das große Marktversagen bei Lebensmitteln muss durch neue Bilanzierungs-, Steuer- und Fördersysteme aufgelöst werden. Wie das gehen kann, wollen wir im Rahmen des Kongresses debattieren!“, so Andres, weiter.

Marco Schlüter, Executive Director, IFOAM - Organics International: „Bio zeigt klare Lösungskompetenz und sorgt für eine sichere und souveräne Ernährung, da diese nachhaltige Wirtschaftsweise die Unabhängigkeit von Bäuerinnen und Bauern stärkt und regional für Wertschöpfung sorgt. Die Beiträge des Systems Bio für die Stärkung einer sicheren und souveränen Ernährung in allen Weltregionen sollen auch vor dem Hintergrund der aktuellen Krisen 2023 im BIOFACH Kongress beraten werden.“

Ernährung: souverän und sicher

Steigende Energie- und Lebensmittelpreise zeigen, wie fatal die Abhängigkeit von fossil erzeugten Düngern ist. Eine Fleischerzeugung im globalen Norden die nicht flächengebunden wirtschaftet und dazu beiträgt, dass im globalen Süden der Hunger zunimmt, zeigt, dass wir zu einer flächengebundenen Tierhaltung kommen müssen. Auch der Anbau von Kaffee oder Kakao in Agroforstsystemen zeigt das Bio-Potential beim aktiven Klimaschutz. Darüber hinaus belegen zu lange und deshalb in Krisenzeiten besonders störanfällige Lieferketten, wie wichtig stabile, regionale Wertschöpfungsketten sind.

Mit wahren Preisen Marktversagen abbauen und Transformation ermöglichen

90 Mrd. € jährlich: So hoch sind die Schäden der Landwirtschaft in Deutschland an Gemeingütern, die nicht Teil der Lebensmittelpreise sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Boston Consulting Group (BCG) und der Schlussbericht der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Das ist ein Vielfaches der Wertschöpfung des Sektors. Die ökologische Lebensmittelwirtschaft vermeidet durch ihre ressourcenschützende Wirtschaftsweise einen Großteil dieser Schäden.

Die Verwerfungen in Folge der Coronakrise, die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, die Energiekrise, die Konsequenzen der Klimakrise und des Artensterbens verschärfen rund um den Globus die sozialen und wirtschaftlichen Spannungen. Bio stärkt mit seiner Kreislaufwirtschaft, einer geringeren Abhängigkeit von externen Inputs und starken regionalen Wertschöpfungsketten die Sicherheit der Ernährung. Durch eine ressourcenschützende Wirtschaftsweise stärkt Bio Artenvielfalt, Bodenfruchtbarkeit und Klimaschutz und sorgt so für resiliente Anbausysteme und Ernährungssouveränität.

Der Kongressschwerpunkt der BIOFACH wird jährlich gemeinsam von IFOAM – Organics International, Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und der BIOFACH gestaltet.

Weitere Infos zum Kongress finden Interessierte zudem unter: www.biofach.de/kongress.

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