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13. - 16. Februar 2019 // Nürnberg, Germany

BIOFACH Newsroom

Gedanken zum Bio-Weinmarkt

Gastbeitrag

Portrait Ralph Dejas
Erlebniswelt WEIN
Ralph Dejas // © Ralph Dejas

Liebe Freundinnen und Freunde der ökologischen Weinkultur!

SudVinBio, ein befreundeter Verein französischer Biowinzer, hatte 2018 eine Studie in Auftrag gegeben. Die Fragestellung lautete: Wie wird sich der Markt für Bio-Weine international entwickeln? Solche Fragen sind natürlich immer interessant. Wer schaut da in die Zukunft und wie sieht diese aus?

Die Ergebnisse der Studie sind für uns sehr erfreulich. Der durchschnittliche Preis, welcher für eine Flasche Bio-Wein bezahlt wird ist höher, als der für den konventionellen Wein. Konsumenten am Britischen Markt sind bspw. bereit, 38% mehr für Bio-Wein zu bezahlen. Das Marktvolumen für Bio-Wein wird sich dort von heute 5% auf 9% im Jahr 2022 fast verdoppeln.

Das sind ja schöne Aussichten. Solche Zahlen tun gut. Und geben einem Recht bei dem Weg, den man seit Jahrzehnten geht. Der Ökologische Weinbau ist eine feste Größe in der internationalen Weinwirtschaft, nicht mehr Nische, sondern da angekommen, wo ihm große Aufmerksamkeit sicher ist. Der Markt honoriert durch wertschätzende Preise die Bemühungen vieler Winzerinnen und Winzer, Weinbau zertifiziert ökologisch zu betreiben.

Die Motivation der Erzeuger, auf ökologischen Weinbau umzustellen, ist aber nicht nur marktgetrieben. Das wäre alles andere als nachhaltig. Bioweinbau schafft ganz andere Qualitäten. Viele Top-Erzeuger haben gemerkt, dass sie ihre Weine nur noch verbessern können, wenn sie konsequenten Verzicht üben und längst nicht alles machen, was machbar ist. Das schafft Weine mit Potenzial. Weinkultur pur!

Dass Bio-Weinbau dazu beiträgt, Artenvielfalt zu schützen und zu fördern ist ein weiterer positiver Effekt, den man sich immer wieder bewusst vor Augen führen muss. Gerade in Zeiten, in denen wir Bio-Produkte mehr denn je über eine Analytik der Inhaltsstoffe betrachten und den Prozess der Herstellung aus den Augen verlieren, sollte dies immer wieder thematisiert werden.

Das Jahr 2018 war ein extremes für die Landwirtschaft. Trocken und heiß. Die Dürre brachte der Landwirtschaft Europas generell eher unterdurchschnittliche Erträge, teils sogar sehr hohe Ernteverluste ein. Anders im Weinbau. Die Rebe wurzelt recht tief und kann auch längere Trockenphasen gut meistern. Die Sonne hat ihren Teil dazu beigetragen, dass die Trauben optimal ausgereift sind. Der neue Jahrgang wird in den ersten Fassproben zur BIOFACH zu verkosten sein. Einige wenige Weine sind dann vielleicht schon gefüllt. Was ich bereits jetzt nach Verkostung einiger Jungweine in den Kellern der ECOVIN Mitglieder sagen kann ist, dass hier etwas kommt, was begeistert!

Sehr zum Wohl,

Ihr

Ralph Dejas

ECOVIN ist der Weinbauverband unter den Deutschen Bioverbänden. Seine knapp 250 Mitglieder bewirtschaften etwa 2.500 Hektar nach strengen ökologischen Kriterien. Das Thema Artenvielfalt treibt ECOVIN im Besonderen um. Seit 2018 ist ein 110 Punkte umfassender Biodiversitäts-Aktions-Plan für alle Mitglieder verpflichtend.

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