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15. - 18. Februar 2022 // Nürnberg, Germany



Die Plattform des BIOFACH / VIVANESS 2021 eSPECIAL ist als Informationsquelle noch bis August online. Aus diesem Grund finden Sie vereinzelt noch hilfreiche Informationsseiten zum eSPECIAL 2021 auf der Website.

BIOFACH Newsroom

Bio-Lebensmittel: Trends & Themen 2021

Deutsche Junge Frau in Gummistiefeln liegt in Schubkarre in der Natur und hält ein Handy
© iStock - SrdjanPav

Wenn vom 17. bis 19. Februar 2021 beim eSPECIAL der BIOFACH, der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel, und VIVANESS, der internationalen Fachmesse für Naturkosmetik, die globale Fachwelt zusammenkommt, werden die Branchenvertreter über die Trends und Themen des Jahres diskutieren – nur eben virtuell, statt wie gewohnt im Rahmen der bekannten Präsenzveranstaltung in den Messehallen der NünbergMesse. Dieser internationale Austausch und Wissenstransfer ist jedes Jahr aufs Neue elementar für die künftige Entwicklung der Bio-Branche. Dabei lohnt es sich, auch den Blick von außen zuzulassen und in den brancheninternen Diskussionen zu berücksichtigen. Deshalb haben wir Bloggerinnen, Youtuberinnen und Instagrammerinnen gefragt, welche Themen ihrer Meinung nach die Branche im Jahr 2021 bewegen sollten. Schließlich ist kaum jemand näher an der Zielgruppe als sie. Und kaum jemand berichtet so unverfälscht und authentisch. Fünf von ihnen haben uns geantwortet und dabei kein Blatt vor den Mund genommen.

Bio-Lebensmittelbranche im Aufwind

Im Jahr 2019 gaben die Deutschen nach Angaben des deutschen Bio-Spitzenverbandes Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft BÖLW knapp 10 Prozent mehr und damit insgesamt fast 12 Milliarden Euro für Bio-Lebensmittel und -Getränke aus (Quelle: BÖLW). Das ist das Ergebnis eines Trends, der in der letzten Dekade fast für eine Verdopplung des Umsatzanteils von Bio-Lebensmitteln am Lebensmittelumsatz geführt hat (Quelle: Statista 2020) und der im Jahr 2020 bei rund 6 Prozent gelegen haben dürfte. Das bestätigen auch die Zahlen aus der Ökobarometer-Studie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, nach denen jeder zweite Befragte angab, regelmäßig Bio-Produkte zu erwerben. Und auch zukünftig beabsichtigten mehr als 90 Prozent der Befragten, zumindest gelegentlich zur Bio-Variante greifen zu wollen. Dabei waren die Top-5-Gründe für Verbraucher Bio-Produkte zu kaufen eine artgerechte Tierhaltung (95 Prozent), die regionale Herkunft beziehungsweise Unterstützung regionaler Betriebe (93 Prozent), die Sozialstandards beziehungsweise ein faires Einkommen für den Erzeuger (92 Prozent), die Vermeidung von Pflanzenschutzmittelrückständen (90 Prozent) sowie weniger Zusatz- und Verarbeitungshilfsstoffe (90 Prozent).

Schwerpunktthemen BIOFACH eSPECIAL 2021

Soviel rückblickend zu den Fakten. Aber wie sieht die Zukunft aus? In einem Interview in der Rundschau für den Lebensmittelhandel hat die Leiterin des Messe-Duos BIOFACH / VIVANESS, Danila Brunner, kürzlich Themen benannt, mit denen sich die Bio-Branche im Jahr 2021 besonders auseinandersetzen müsse. Sie sehe einen zunehmenden Fokus auf Gesundheit und Werteorientierung in der Bevölkerung und die Notwendigkeit einer zukunftsorientierten Transformation der globalen Bio-Bewegung. Dabei stünden auch politische Fragen der Bio-Gesetzgebung, Rohstoffnutzung, Lieferketten und Themen wie ökologische Verpackungen oder der Trend zu „Unverpackt“ im Fokus der Branche und damit auch auf der Agenda der Messe. Der BIOFACH Kongressschwerpunkt 2021 lautet deshalb auch: „Shaping Transformation. Stronger. Together.“ Diskutiert wird unter anderem, wie die dringend nötige Ernährungswende durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Transformationsbewegungen noch besser vorankommt. Dabei spielen auch die Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf die Community und unsere Gesellschaft eine wichtige Rolle und werden in verschiedenen Foren diskutiert.

Themen & Trends aus der Community

Mit ihren Schwerpunkten deckt die Messe auch einen großen Teil der Themen ab, die von etablierten Bloggerinnen, Youtuberinnen und Instagrammerinnen aus der Bio-Community als relevant erachtet werden. Die Notwendigkeit ökologischer, plastikfreier Verpackungen und von mehr praktikablen „Unverpackt“- sowie Mehrweglösungen sehen sie genauso wie die Relevanz der Frage nach der Herkunft der Rohstoffe und der Lieferwege. Mehr Regionalität und mehr kritisches Hinterfragen, welche Rohstoffe wirklich alternativlos sind, sind hier die Stichworte. Der Ruf nach mehr Regionalität wird auch von den Ergebnissen der oben genannten Ökobarometer-Studie gestützt, nach der es bei Bio-Produkten für fast 80 Prozent der Befragten wichtig ist, dass diese zusätzlich aus der Region stammen. Überhaupt zählt laut Lebensmittelhandel Regionalität mit 71 Prozent zum spannendsten Foodtrend (Quelle: Statista). Auch die Sensibilität für ökologische Verpackungslösungen scheint laut einer Untersuchung des Instituts für Handelsforschung IFH Köln bei den Konsumenten signifikant zu steigen (Quelle: VDW-Studie der IFH Köln). Verbraucher und Branche sprechen auch in diesem Punkt offensichtlich eine gemeinsame Sprache. Aber die Community scheint sich nach Meinung der befragten Bloggerinnen auch mehr eigenständige, ökologisch sinnvolle Lebensmittel zu wünschen, statt reiner „Kopien“ konventioneller Produkte. Letzteres darf man sicher auch als gut gemeinten Appell an die Bio-Branche verstehen, die eigenen Werte und die Kreativität und Schaffenskraft auch mit dem anhaltenden Wachstum nicht zu verlieren.

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Franzi Schädel, Unternehmerin & Bloggerin franzischaedel.de (www.franzischaedel.de): „Für das Jahr 2021 wünsche ich mir deutlich mehr echte nachhaltige und zukunftsfähige Gedanken der Bio-Branche. In den letzten Jahren fiel doch immer wieder auf, dass der konventionelle Konsum sehr in die grüne Branche überging und man plötzlich all die Dinge, die man konventionell als kritisch erachtete, plötzlich auch im Bio-Bereich fand. Mein liebstes Beispiel dafür ist die ‚Gesichtswurst‘ für Kinder, die ich im Jahr 2018 plötzlich auf der BIOFACH sah und die für die pure Verniedlichung eines Produktes steht, welches – gerade in Bezug auf die Klimakrise – wirklich in der Kritik steht. Natürlich soll die Bio-Branche auch die konventionellen Kund:innen abholen und attraktiv sein, doch würde ich mir wünschen, dass im Bio-Bereich nicht einfach konventionelle Produkte kopiert werden, sondern Platz gemacht wird für neue, zukunftsfähige, gesunde und klimaschonende Lebensmittel.“

Verena Hirsch, Bloggerin bei allmydeer (www.allmydeer.com): „Der ‚Trend‘ geht aus Verbraucher:innen Sicht auf jeden Fall noch mehr Richtung regional und plastikfrei. Das sehe ich auch in meiner Arbeit im Bioladen. Ich hoffe, dass beim Thema ökologische Verpackung bisher eingeschlagene Wege weitergegangen und optimiert werden. Außerdem wünsche ich mir mehr Vernetzung der Bio-Branche, um Unverpackt- sowie Mehrweg-Lösungen weiter voranzubringen. Daneben bleibe ich bei meinem Tenor: Neue Taten, statt neue Produkte. Was Bio wirklich ausmacht, geht immer mehr verloren. Wir brauchen innovative und zukunftsfähige Lösungen, die zeigen, worum es bei Bio wirklich geht. Sowohl in der Praxis als auch in der Kommunikation. Das gilt ganz besonders zu Zeiten von Corona.“

Andrea Uehr, Bloggerin bei Nachhaltigkeit? Warum nicht! (www.instagram.com/nachhaltigkeit.warum.nicht/): „Ich denke es ist ganz klar, dass es beim Thema Verpackung weiter voran gehen muss. Ausreden gibt es nicht mehr, denn einige Unternehmen machen es bereits vor und beweisen, dass es möglich ist.

Außerdem würde ich mir wünschen, dass noch deutlich mehr auf Pfandsysteme gesetzt wird. Um das Problem von Transportwegen und mehr Gewicht zu reduzieren, könnte man beispielsweise wieder regionaler produzieren und damit auch in Deutschland noch mehr die Wirtschaft fördern. Zu guter Letzt bin ich der Meinung, dass auch noch mehr auf Palmfett und Kokosfett verzichtet werden sollte. Auch wenn es fair und biologisch angebaut wird, wird es einfach noch an zu vielen Stellen verwendet an denen es unnötig ist. Insgesamt würde ich mir wünschen, dass die Produktentwicklung noch mehr auf regionale und saisonale Produkte setzt. Wir brauchen nicht noch mehr exotisches Superfood, sondern sollten eher schauen was wir vor der Tür haben.“

Svenja Preuster, YouTuberin & Autorin als „Fräulein Öko“ (www.youtube.com/user/SvenjaTutorials): „In den letzten Jahren hat sich im Bio-Lebensmittel Bereich wirklich viel bewegt. Für das Jahr 2021 sehe ich die nachhaltige Verpackung der Produkte als besonders relevant an. Meine Zuschauer:innen beklagen oft die schwere Entscheidung zwischen verpacktem Bio-Gemüse und unverpackten konventionellen Produkten. Besonders in Supermärkten und Discountern gibt es da noch einige Möglichkeiten. Ich würde mich sehr über mehr Lebensmittel in Pfandbehältern freuen, viele vegane Lebensmittel wie Joghurtalternativen sind bisher nur in Kunststoffbechern erhältlich. In Unverpacktläden wächst das Angebot an Bio-Aufstrichen, Antipasti, Tomatenprodukten und Hülsenfrüchten in den klassischen Joghurt-Pfandgläsern oder Milchflaschen. Diese können überall abgegeben werden und sind damit für Verbraucher:innen besonders praktisch. Diesen Wandel hin zu weniger und nachhaltigeren Verpackungen wünsche ich mir auch für Bio-Produkte in Supermärkten und Bio-Läden.“

Sabrina Wagner, Selbstversorgermama, Permakultur Designerin und Influencerin bei www.cumnatura-permakultur.de:

Ich bin Mutter von zwei Kindern und sorge mich in Anbetracht der Klimakrise um die Zukunft meiner Kinder. Einen maßgeblichen Anteil an der Krise hat unter anderem die Abholzung von Regenwald für den Anbau für Tierfutter oder Palmöl. Ich wünsche mir, dass noch mehr Produzenten auf Inhaltsstoffe wie Palmöl verzichten, um ihren Teil gegen die Klimakrise beizutragen und ein Statement an andere Produzenten zu richten. Auch biologisch angebautes Palmöl zerstört mitunter wertvolle Flächen und somit die Existenzgrundlage vieler Einheimischer und wertvollen Lebensraum von mittlerweile seltenen Tierarten. Wir als Familie sind uns der Auswirkungen bewusst und kaufen nur Produkte die ohne Palmöl auskommen und zahlen dafür gerne ein paar Cent mehr. Mehr Aufklärung auch für Konsumenten und Verbraucher in diesem Bereich fände ich sehr erstrebenswert. Oft fehlt es nämlich an Wissen dazu, welche Auswirkungen unser Handeln als Konsument für die Umwelt, für die Tierwelt und die Menschen vor Ort hat. Zusätzlich sollte es selbstverständlich sein, Landbesitzern und Bauern vor Ort einen fairen Preis zu bezahlen. Das sorgt nicht nur für ein gutes Gefühl und Transparenz, sondern ermöglicht auch in ärmeren Ländern mehr (Schul-)Bildung für Kinder und Frauen – was wiederum ein weiterer Schritt gegen die Klimakrise ist.

Bevor sich die Branchen- und Medienvertreter genau wie Blogger, Youtuber und Instagrammer im nächsten Jahr wieder persönlich in den Nürnberger Messehallen treffen, wird das eSPECIAL vom 17. bis19. Februar 2021 mit der Live-Übertragung des BIOFACH und VIVANESS Kongresses, umfassenden Aussteller-Präsentationen und diversen Networking-Optionen der digitale Treffpunkt des Jahres für die Community sein. Als Branchenvertreter kann man also auch 2021 wieder Wissen sammeln, networken und mitgestalten. 

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