Das Thema der BIOFACH 2026 lautet „Growing Tomorrow: Young Voices, Bold Visions“. Was ist deine Zukunftsvision?
Meine Zukunftsvision ist nicht der eine Idealzustand, den wir irgendwann erreichen und dann im Honigkuchenland leben. Meine Zukunftsvision ist, dass wir heute entscheiden, dass es eines der radikalsten Dinge unserer Zeit – die wir tun können und in meinen Augen auch tun müssen – ist, dorthin zu gucken, wo es nicht leicht ist, wo aber Licht ist. Dorthin, wo Leute sich gegen Widerstände wehren, wo Kraft und Unterstützung gebraucht werden, wo wir gebraucht sind. Das heißt, für mich ist eine Vision mehr eine Art von gelebter Praxis als ein Zustand.
Was muss geschehen, dass wir die Menschheit auch in Zukunft gut ernähren können?
Es ist eine Katastrophe aktuell. Wir machen unseren Planeten kaputt und wir machen unseren Körper kaputt – und das zu einem Preis, den niemand zahlen kann. Das ist keine Rechnung, die tragbar ist. Und denjenigen, die daran etwas ändern wollen, werden noch Vorwürfe gemacht: das könne man sich nicht leisten und man solle sich die Welt doch mal anschauen. Deswegen würde ich in dieser Zeit erstmal sagen, dass es allesentscheidend ist, es sich nicht nehmen zu lassen, genau hinzugucken.
Was rätst du jungen Menschen, die sich engagieren wollen, aber von der aktuellen Situation überfordert sind?
Eine Sache, die mir sehr geholfen hat und noch immer hilft, ist die Feststellung, dass meine wichtigsten Verbündeten meistens die Menschen um mich herum sind. Die Menschen, die ähnlich alt und in einer ähnlichen Lage sind. Uns jungen Leuten wird oft gesagt, bei wem man sich beliebt machen soll. Am Ende einer Veranstaltung stehen alle an, um einem Politiker die Hand zu schütteln. Dabei vergessen wir, dass die Leute um uns herum eigentlich all das sind, was wir brauchen. Die Menschen, die einen verstehen, die Menschen, mit denen man gemeinsam etwas aufbauen kann, und die am Ende eine große Macht haben, wenn sie zusammenkommen.

