Auch im zweiten Jahr des neuen Formats wurden in dem interaktiven Format provokante Thesen zur Diskussion gestellt, über die das Publikum abstimmte: „Handel ist ein degeneratives System“, „Top-Erfolgsfaktor von Drogerie und Discount ist nicht der Preis“ und „Die größte Macht, das Ernährungssystem zu transformieren, hat der Handel“ sowie ein Perspektivwechsel unter den Speaker:innen sorgten für Klarheit und auch Reibung. Das Ziel: mehr als erwartbare Aussagen in einer solchen Konstellation zu erhalten.
Für viele Verbraucher:innen ist der Preis mehr denn je das entscheidende Kriterium beim Lebensmitteleinkauf. Die letzten Jahre brachten eher eine Verschiebung von Marktanteilen als den weiteren Ausbau von Bio im Vergleich zu konventionell. Hängt der Absatz von Bio-Lebensmitteln hauptsächlich an der Preisfrage? Welche Rollen haben die verschiedenen Handelssektoren bei der Entwicklung von Bio? Und wo liegt der größte Hebel für die sozial-ökologische Transformation des Lebensmittelmarkts?
Preis, Bildung, Verantwortung: Perspektiven aus dem Discount
Hans Martin Hermann, Head of Corporate Affairs bei Lidl, unterstrich, dass alle Handelsformen ihre Rolle im System hätten. Die Pioniere der Bio-Szene hätten wichtige Impulse gesetzt, der Fachhandel allein könne die Skalierung von Bio nicht erbringen. Der Discount wiederum könne zwar keine persönliche Beratung leisten, erreiche aber breite Bevölkerungsschichten. Mit dem breiten Angebot bei Lidl und der Wahl zwischen Bio und konventionell könne die Reichweite von Bio wachsen. Gleichzeitig unterstrich Hermann die Preisorientierung vieler Kund:innen: Die Sensibilität sei hoch, die Markentreue gering. Dazu komme ein Mangel an grundlegender Ernährungskompetenz.







