Du bezeichnest dich als „Sustainability Ninja“ – was steckt dahinter?
„Ninja“ hat etwas Martialisches. Das meine ich gar nicht so. Natürlich ist es irgendwo ein Kampf, wenn man sich für die gute Sache engagiert. Ich meine aber eher, dass man einen langen Atem braucht und dass es um Ausdauer geht. Gleichzeitig vielleicht auch um neue Techniken, wie man zum Ziel kommt. Ich glaube, da ist mitunter gefragt, dass man sich selbst herausfordert und sich die Frage stellt: Wie kann das Thema Nachhaltigkeit neu positioniert und neu kommuniziert werden? So, dass man in den gesellschaftlichen Mainstream kommt. Das versuche ich jetzt schon seit vielen Jahren.
Welche Rolle spielt die Ernährung in der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft?
Das klingt schon fast profan: Wir wissen um die ökologischen, aber auch die sozialen Implikationen, die die Ernährungsbranche mit sich bringt. Das macht sie zum Teil des Problems, aber auch zum Teil der Lösung. Ich glaube, man kann Zukunftstransformation nur mit Ernährung denken. Das finde ich schön, weil sie so ein emotionales Thema ist. Dementsprechend kann die Art und Weise, wie wir uns in Zukunft ernähren, ein ungemein spannender Hebel für eine gesamtgesellschaftliche Zukunft sein.
Welche Ernährungstrends sind aktuell am stärksten?
Zum einen finde ich spannend, dass man sich neuen Zukunftstechnologien wie zellulärer Landwirtschaft öffnet – ob es die Präzisionsfermentation oder noch ganz klein das Thema „in vitro“ ist. Zum anderen interessiert mich die Verzahnung in der Gesellschaft. Wir entwickeln neue Kulturtechniken, in denen wir ehemals klassische Gegensätze – wie beispielsweise „Global“ versus „Lokal“, „Do it yourself“ versus „Convenience“ oder „Fleisch“ versus „Pflanzlich“ – auflösen. Das passiert, weil wir verstehen, dass in der Synthese beziehungsweise in der Versöhnung dieser Gegentrends das eigentliche Potenzial für gesellschaftlichen Fortschritt steckt.




