Wohin entwickelt sich die nachhaltige Verpackungsbranche?
Wir sehen im Grunde drei wesentliche Trends: Erstens Mehrweg, was gerade dabei ist, sich zu etablieren und neue Systeme aufzubauen. Es dauert aber sicherlich noch ein bisschen, bis sich das Thema auch international festigt und etabliert. Zweitens haben wir das Thema Papier- oder Faserverpackungen, weil viele von Kunststoffen wegmöchten, die sie bis jetzt nie hinterfragt haben. Und das dritte Thema ist Regularien, die momentan den Trend vorgeben. Ohne die Regularien würden wir noch zehn Jahre lang auf der Stelle treten.
Wie werden nachhaltige Verpackungen zum Standard?
Auf der einen Seite braucht es die bereits genannte Gesetzgebung. Auf der anderen Seite braucht es Verpackungsunternehmen, die neue Innovationen vorantreiben. Die zeigen, dass nicht immer alles aus Kunststoff sein muss und dafür Lösungen bieten. Als Drittes braucht es Systeme, die sich aufbauen. Zum Beispiel wird Mehrweg nicht nur im Endverbraucherbereich gefordert, sondern auch sehr stark im Transportbereich, im B2B-Bereich. Auch da müssen sich neue Systeme aufbauen.
Da wird die nächsten Jahre sehr viel passieren. Und zwar durch Gesetzgebung – das muss man ganz klar sagen. Vor zwölf, dreizehn Jahren habe ich mich noch selbst gefragt, warum man immer alles verbieten und vorgeben muss. Dann habe ich zehn Jahre lang gesehen, dass nichts passiert. Von daher bin ich inzwischen ein Freund davon, dass Gesetzgebung hier vorangeht. Man merkt es auch weltweit: Andere Länder passen sich an, ziehen Gesetze nach und gehen alle in eine ähnliche Richtung.
Growing Tomorrow: Young Voices, Bold Visions – Unter diesem Stern steht dieses Jahr die BIOFACH. Wie wichtig ist die junge Generation für die Verpackungsbranche?
Nachhaltige Verpackungen werden die nächsten Jahre sehr viele Umwälzungen erfahren. Es gibt neue Gesetze, die einen großen Wandel für die Verpackungsbranche bedeuten. Da braucht es viele Beraterinnen und Berater. Und es braucht viele, die mit nachhaltigem Wissen auf den Markt kommen. Da gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder unterrichtet man die schon Etablierten in den Unternehmen oder man setzt auf die Jungen, die aus dem Studium kommen, und bringt ihnen entsprechendes Wissen bei, damit sie das von Grund auf in die Unternehmen implementieren. Auf der Verbraucherseite ist das genauso. Man sagt ja, dass die Kinder die Erwachsenen darin unterrichten, wie sie sich zu verhalten haben. Von daher hat die Jugend eine große Auswirkung auf die nächsten Jahre.




